Kleiner Leitfaden für Anfänger

Wer mit dem Bogensport beginnt, benötigt zunächst Hilfestellung. Nicht nur was das Schießen angeht sondern zunächst, was man an Ausrüstung benötigt und wofür es da ist. Im Internet gibt es viele Seiten mit guten Informationen. Trotzdem möchte ich hier ein wenig Hilfestellung leisten.

Welchen Bogen benötige ich?

Es gibt viele unterschiedliche Bauarten von Bögen, welche dem Laien wohl kaum bekannt sind. Neben Feldbögen, Blankbögen und einigen anderen Bogenarten sind die wohl am meißt verbreiteten Modelle der Recurve- und der Compound-Bogen.

Recurve- und Compund-Bögen unterscheiden sich grundsätzlich von ihrer Bauart her.

Der Recurvebogen (für Erklärungen bitte auf das Bild klicken)

 

Der Compundbogen (für Erklärungen bitte auf das Bild klicken)

Beim Bogenschießen kommt es aus der Sicht des Schützen auf viele unterschiedliche Dinge an wie Haltung, Stärke des Pfeilauszuges, Lösen des Pfeiles usw.

Auch was das Schießen angeht sind diese Bögen sehr unterschiedlich.
Während beim Recurvebogen der Auszug des Pfeiles und das Lösen varrieren können (wenn der Schütze nicht gleichmäßig ist), wird beim Compoundbogen die Auszugslänge durch den Bogen bestimmt und das Lösen nicht mit den Fingern sondern durch ein sogenanntes 'Release' vollzogen.
Mit einem Compoundbogen erzielt man schnell gute Ergebnisse, sprich man landet schnell nah am Gold. Allerdings wird bei Wettkämpfen auch anders gewertet. Bei einem Recurvebogen zählt der äußere gelbe Ring als 9, die beiden inneren Ringe als 10. Beim Compoundbogen zählt nur der innere Ring als 10.

 Was benötige ich an Ausrüstung?

Bogen für den Anfang reicht ein Holzbogen (Mittelteil aus Holz) den man relativ günstig mieten kann, die Größe des Mittelteiles sollte an die Größe des Schützen angepasst sein
Wurfarme die Stärke sollte an den Schützen angepasst sein, bei Mietbogen oft Bestandteil des Set's
Sehne für die Beschaffenheit des Materials reicht zunächst eine Standdardsehne, oft Bestandteil eines Set's
Visier es reicht zunächst ein günstiges Visier, oft Bestandteil eines Set's
Bogenständer unbedingt notwendig um den Bogen richtig abzustellen und Beschädigungen und Verstellen zu vermeiden, oft Bestandteil eines Set's
Köcher für die Pfeile, im Normalfall wird ein Seitenköcher verwendet der entweder mit Gürtel geliefert wird oder auf einen Hosengürtel geschoben werden kann, hilfreich sind aufgesetzte Taschen für Utensilien
Fingertab nur Recurvebogen - für die Sehnen ziehende Hand da ohne Fingerschutz durch die Sehne Verletzungen auftreten können und das Lösen besser von statten geht
Release nur Compundbogen - für die Sehnen ziehende Hand, unumgänglich notwendig zum Ziehen und Lösen der Sehne
Armschutz für den Unterarm der den Bogen hält, da beim Lösen die Sehne am Unterarm entlang streifen und ihn verletzen kann
Spannschnur nur für Recurvebogen - mit ihrer Hilfe wird der Bogen nach dem Zusammenbau gespannt um die Sehne anzubringen
ein Compoundbogen wird nicht demontiert und benötigt diese Hilfe nicht
Pfeile diese sind auf den Bogen und den Schützen anzupassen, sowohl in Material und Länge
Pfeilzieher ab einer bestimmten Zugkraft des Bogen, der Beschaffenheit der Pfeile und der Zielscheibe notwendig um die Pfeile unbeschadet aus der Zielscheibe ziehen zu können
Stabilisator dient zum 'auswiegen' des Bogens und um Schwingungen beim Zielen durch die unterschiedlichen Kräfte zu verringern
Schlinge sie verbindet die Hand welche den Bogen hält und das Mittelteil um zu verhindern das der Bogen nach dem Schuss herunter fällt (der Bogen wird nicht fest umklammert)

Für einen Anfänger ist es weniger wichtig wie teuer und gut der Bogen und die Ausrüstung ist. Hier kommt es zunächst nicht darauf an möglichst ins Gold zu treffen sondern die richtige Haltung und die Bewegungsabläufe zu erlernen. Gerade diese Dinge sind sehr wichtig und entscheidend. Die Gleichmäßigkeit des Schützen ist ein sehr wichtiger Punkt zum guten Schützen.

Zunächst ist es völlig ausreichend mit einem einfachen Holzbogen zu beginnen. Als Anfänger wird man einige Zeit damit zubringen die Bewegungsabläufe zu automatisieren und die Schultermuskulatur aufzubauen.

Auch gibt es Unterschiede zwischen dem Schießen in der Halle und auf dem Aussengelände.

Während in der Halle meißt auf 18m, bei größeren Hallen auch 25m, geschossen wird, kann man dies im Freigelände ausdehnen auf 25, 30, 50, 70, 90m; je nach Möglichkeiten des Vereines. Ebenso gibt es hier Unterschiede mit den Lichtverhältnissen, Wind und Wetter.

Wie geht es weiter?

Hat man nach einigen Monaten Fortschritte gemacht, ist es an der Zeit die Ausrüstung besser abzustimmen und hier und da auszutauschen. Ein Wechsel von einem Holzmittelteil auf ein Metallmittelteil. Stärkere Wurfarme da sich die Muskulatur aufgebaut hat. Ausrüstungsgegenstände werden abgestimmt wie die Pfeile auf den Bogen, die Pfeillänge auf den Auszug des Schützen, ein Button und eine andere Pfeilauflage, ein Stabilisatorsystem. Die Möglichkeiten und Materialien sind hier vielfältig.

Hat man Routine gewonnen und die Qualität seiner Schüsse verbessert, kann man an kleinere Wettkämpfe denken. Hier gibt es vielzählige Möglichkeiten von Wettkämpfen zwischen befreundeten Vereinen über verschiedene Turniere, Medaillenturniere, Kreismeisterschaft bis hin zur Landesmeisterschaft oder deutschen Meisterschaft.

Für den Interessierten hier noch einige Erklärungen zu bestimmten Begriffen im Bogensport:

libs oder Pfund die Zugstärke der Wurfarme wird in libs oder Pfund gemessen (1 libs = 1 Pfund, alte Masseinheit für Masse)
Zoll - Länge das Mittelteil eines Recurvebogen wird in Zoll gemessen, weit verbreitet sind hier 23 und 25 Zoll, für sehr große Schützen auch 27 Zoll, da die Größe des Bogens mit Mittelstück und Wurfarmen der Körpergröße des Schützen angepasst wird
Stand die Art wie der Schütze zur Schusslinie und zum Ziel steht
Schusslinie die Linie von welcher aus geschossen wird, während des Schiessens befindet sich niemand aus Sicherheitsgründen vor dieser Linie
Auszug die Bewegung des Armes der die Sehne zieht bis hin zum Ankern
Ankern die Endstellung des Armes der die Sehne zieht - Endstellung in welcher gezielt wird
Lösen der Vorgang mit welchem die Sehne gelöst wird
Rechtshand oder Linkshand, hier wird immer die Hand benannt welche die Sehne zieht
Peep bei Compoundbögen ein Art Ring welcher, in der Sehne montiert, zum Zielen dient
Gold 'Alles ins Gold' der Gruß der Bogenschützen, bei uns ist das Center der Zielscheibe gelb was als Gold bezeichnet wird und nicht schwarz wie bei Pistolen- oder Gewehrschützen
Auflage Begriff für die Zielscheibe - hiermit ist eine Zielscheibe (meißt aus verstärktem Papier) mit 10 Ringen von aussen - weiß bis innen - Gold gemeint, es gibt sie in verschiedenen Größen je nach Wettkampfart oder Entfernung
Spot Ebenfalls eine Zielscheibe (meißt aus verstärktem Papier) welche jedoch nur die inneren Ringe (6-10) enthält und von denen 3 Zielscheiben untereinander angebracht sind. Sie wird bei Wettkämpfen, Turnieren in bestimmten Schützenklassen mit 3 Pfeilen (je 1 Pfeil pro Zielscheibe) beschossen
Stabi Stabilisatoren, es gibt sie als einfache Stange oder mit T-Stücken um daran Seitenstabilisatoren zu befestigen, mit Gummidämpfern und in verschiedenen Materialien und Gewichten
Passe eine Abfolge von Schüssen, meißt bei Wettkämpfen in der Halle 3 Pfeile/Schüsse, im Aussenbereich auch 6 Pfeile/Schüsse
Checker ein T-förmiges Messgerät, meißt aus flachem Aluminium, er dient sowohl dazu den Abstand der Sehne zum Mittelteil zu messen und damit auch die Bogenspannung einzustellen, als auch als Hilfsmittel um die Nockpunkte korrekt auf der Sehne anzubringen
Nockpunkte ein oder zwei kleine Ringe meisst aus Messing die auf der Sehne fixiert werden um den Ansatzpunkt der Nocke zu bestimmen
Nocke das hintere Aufnahemstück des Pfeiles welches auf die Sehne gesetzt wird, meißt aus Kunststoff mit einem 'Schlitz' darin für die Sehne